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LEDERABFÄLLE FÜR BAUSTOFFE

Verwertung fester Lederabfälle in keramischen Baustoffen

Bearbeiter:
Dipl.Ing. Rüdiger Köhler

Problemstellung

Verfahren zur Porosierung von keramischen Baustoffen sind bekannt und werden grosstechnisch eingesetzt, jedoch stehen auf Grund des steigenden Einsatzes von wärmedämmenden Keramikbaustoffen preisgünstige geeignete Porosierungsmittel nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung. Die Baustoffindustrie ist interessiert an der Erschliessung neuer, natürlicher Porosierungsmittel mit gleichbleibender Qualität.

Bei der Lederherstellung fallen feste ungegerbte und gegerbte Abfälle an, deren vollständige Verwertung nicht gesichert ist. Charakteristisch für diese Abfälle ist, dass sie einen hohen Anteil an organischen Bestandteilenhaben. Eine Ablagerung auf oberirdischen Deponien ist mit ständig steigenden Kosten verbunden und gemäss den Festlegungen der TA Abfall bzw. TA Siedlungsabfall wegen des hohen Anteiles organischer Bestandteile (hoher Glühverlust) in absehbarer Zeit nicht mehr möglich.

Arbeitsschwerpunkte

Im Forschungsinstitut für Leder- und Kunstledertechnologie GmbH Freiberg (FILK) wurden Untersuchungen durchgeführt, um aus den bei der Lederherstellung anfallenden Abfällen Zuschlagstoffe zu entwickeln, die als Porosierungsmittel für keramische Baumaterialien geeignet sind. Es wurde eine pump- und eine rieselfähige Variante aus Maschinenleimleder (ungegerbter Abfall der Lederproduktion) entwickelt.

Das Keramik-Institut führt Untersuchungen zum Einsatz dieser verschiedenen Zuschlagstoffe hinsichtlich ihrer Eignung zur Porosierung keramischer Baustoffe bei Einhaltung aller sonstigen Forderungen der keramischen Technologie, des Umweltschutzes und der bautechnischen Anforderungen an die keramischen Produkte durch.

Am weitesten fortgeschritten ist ein Verfahren zur Anwendung eines pumpfähigen Zuschlagstoffes zur Porosierung. Hier besteht Interesse eines Lederfabrikanten und eines Hintermauerziegelproduzenten an einer Zusammenarbeit.
Gegenwärtig wird ein Versuch unter Produktionsbedingungen vorbereitet. Im Erfolgsfalle  sollen  in  diesem Pilotprojekt ca. 8.000 Tonnen ungegerbter Lederabfälle jährlich zur Porosierung genutzt werden.

Download Ergebnisbericht (PDF-Datei; 0,4 MB)
 



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