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BEEINFLUSSUNG DER MIKROBENFLORA

Untersuchungen zur gezielten Beeinflussung der Mikrobenflora in technischen keramischen Massen und Suspensionen

Ansprechpartner: Dr. Rainer Bartusch

Problemstellung
Moderne keramische Formge-bungsverfahren in der Sanitär-, Geschirr- und Elektrokeramik erfordern spezifische Zusätze wie Verflüssiger, Presshilfs-mittel, Stellmittel, Verfestiger usw., um hohe Stückzahlen und niedrige Fehlerquoten zu erreichen.

Besonders in den Sommermonaten tritt in diesen keramischen Suspensionen eine sprunghafte Entwicklung von Mikroben auf, die zu Fehlern in Zwischen- und Endprodukten und zu erheblichen Produktions-ausfällen führen kann.

So sind Qualitätsveränderungen durch die Bildung von Gasen, klebenden Substanzen (Polysachariden) und organischen Säuren zu erwarten.

Das Ziel des Projektes bestand darin, algemeingültige biologische und technologische Verfahrensweisen zu erarbeiten, um den unkontrollierten mikro-

biellen Befall zu verhindern bzw. gezielt auf einem bestimmten Niveau zu halten, um damit letztlich Produktionsausfälle zu vermeiden.

Lösungsweg
Zur Untersuchung der gezielten Beeinflussung der Mikrobenflora wurden folgende Arbeitsschwerpunkte abgearbeitet:
Bearbeitung des Problems am Beispiel von

Geschirrporzellanmasse (Poren an der Oberfläche)

Isolatorenmasse (Inhomogenitäten in Hubeln)

Sanitärglasuren (sprunghafte Viskositätsänderung) .

Dazu erfolgte die Analyse der mikrobiellen , chemischen und physikalischen Konditionen in jedem Verfahrensabschnitt.

Anschließend wurden entspre-chende Gegenmaßnahmen im Labormaßstab entwickelt (z.B. Variation der Verweilzeiten in den Behältern sowie deren Säube-rung; zyklischer Wechsel von aeroben und anaeroben Bedingungen; alternierender Einsatz von Antibiotika).

Nach erfolgter Kontrolle der Gegenmaßnahmen im Labor-maßstab wurden diese in der Produktion angewendet und bewertet.

Ergebnisse
Während der Projektbear-beitung konnten folgende Erkenntnisse gewonnen werden:

* In Porzellanschlicker ohne org. Additive (d.h., nur mit anorg. Verflüssiger) erhöht sich die Anzahl keimfähiger Einheiten nicht und Porenbildung durch gasbildende Mikroben kann ausgeschlossen werden.

* Die Mikrobenzahlen der Isolatorenmasse sind abh. von der Art und Menge der durch die Formgebung in den Massekreislauf eingetragenen org. Hilfsmittel (Öle) , den herrschenden Temperaturen und der Verweilzeiten. Mit der Unterbrechung des stofflichen Kreislaufes konnte das mikrobielle Niveau in der Masse erheb-lich gesenkt werden.

* Sanitärglasurschlicker verhalten sich ähnlich wie die Isolatorenmassen. Bei Chargen bis 200 l sind störende Mikroben durch thermische Behandlung abzutöten.

                         Stereomikroskopische Aufnahmen von 2 Mikrobenarten



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